Das Ende der Tinte

Die Menschen verlernen das Schreiben mit Stift und Papier. Das könnte noch unerwartete Folgen haben.

Von Katrin Blawat

Das Englische hat seine Tücken, erst recht an diesem grauen Mittwochmorgen. Bestimmter und unbestimmter Artikel, welche Regeln gelten dafür? Alexander Betz hat viele erhobene Arme vor sich, die 13 Jungen und Mädchen seiner achten Klasse machen gut mit. Konzentriert blicken sie auf die Übungssätze, die ein Beamer an die Wand wirft. Davor steht Betz an seinem Laptop und hantiert mit der Fernbedienung. Er unterrichtet in einem ungewöhnlichen Klassenzimmer in einer ungewöhnlichen Schule: Beamer-Projektionen statt Wandtafel, Teppich statt Linoleum auf dem Boden, etwas abseits steht ein Whiteboard. Auf dem steht unter anderem die Frage: „Wie kann man die Situation der Proletarier verbessern?“

Der Satz springt ins Auge in Schloss Neubeuern, einem Internat nahe Rosenheim, wo die Eltern 3175 Euro Gebühren im Monat bezahlen. Und wo Digitalisierung die Antwort sein soll auf viele Fragen, die das Lernen und das Leben überhaupt betreffen. Das betrifft auch eine Kulturtechnik, die bisher zur Schule gehört wie Hausaufgaben und Pausengong: das Schreiben von Hand mit Stift auf Papier. In Neubeuern haben sie den Willen und das nötige Geld, um mit diesem Relikt der analogen Ära abzuschließen.

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