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Der SZ-Klimamonitor

Wie der Mensch die Erde zerstört – und wie wir sie noch retten können. Die wichtigsten Daten und Hintergründe zur größten Krise der Welt.


Weniger als zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter – das ist das Ziel, dem sich 196 Staaten und die EU 2015 in Paris verschrieben haben. Weiter darf die globale Erwärmung nicht voranschreiten. Sonst könnten katastrophale Folgen für den Planeten sehr wahrscheinlich nicht mehr vermieden werden.

Auf dieser Seite wollen wir die wichtigsten Informationen, Erklärungen und Entwicklungen über die Klimakrise, ihre Ursachen und Folgen versammeln. Und jede Woche erscheint hier neu die Kolumne „Klimafreitag“, in der SZ-Autoren im Wechsel über ihre Sicht auf Klimawandel und Umweltpolitik schreiben.

Die Sache mit dem Fernweh  

Kolumne Klimafreitag, von Vivien Timmler

Na, haben Sie schon Ihren Sommerurlaub gebucht? In meinem Bekanntenkreis gibt es derzeit kaum ein anderes Thema. Irgendwie ja auch verständlich, schließlich soll er etwas Besonderes sein, der erste Urlaub nach dem gefühlt endlos langen Corona-Winter und dem sich nahtlos daran anschließenden Corona-Frühling. Endlich wieder Wellen an den Füßen spüren, statt immer nur in der Zeitung von ihnen zu lesen. Hach.

Ich selbst hinke jedoch hinterher. Während das befreundete Pärchen akribisch den Roadtrip durch Korsika plant und die Nachbarsfamilie noch überlegt, ob zwei Wochen Andalusien reichen oder nicht eine dritte gut wäre, so für die Entschleunigung und überhaupt, sitze ich mit meinem Glas Wein auf meiner Terrasse und frage mich: Will ich überhaupt irgendwo hin?

Nun habe ich als Mensch, der seine Freizeit ohnehin am liebsten in den Bergen verbringt, im Münchner Süden leicht reden. Als jemand, der angesichts einer Fülle plötzlicher Optionen dazu tendiert, lieber erstmal gar nichts zu unternehmen, wahrscheinlich auch. Und als Neu-Hundebesitzerin sowieso, aber das ist ein anderes Thema.

Ich sinniere also über die Frage, wo ich wohl 2021 hätte hinreisen wollen, wenn diese ganze Pandemie nicht gewesen wäre und mir so gut wie jede Grenze dieser Welt jederzeit offen gestanden hätte. Und komme zu dem Schluss, dass meine Antwort wahrscheinlich trotzdem „Südtirol“ gelautet hätte, Corona hin oder her.

Das liegt vor allem daran, dass die schönsten Wander- und Klettergebiete nach allem, was man weiß, auch in Pandemie-Zeiten dort bleiben, wo sie immer schon waren. Das hat aber auch damit zu tun, dass ich einfach in kein Flugzeug steigen mag, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt.

Sind wir wirklich alle so  „ausgehungert vom Reisen“?

Doch die Frage ist: Lässt es sich vermeiden? Die Leute seien „ausgehungert vom Reisen“, konstatiert Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt. Auch wenn viele Klimaschutz mittlerweile für wichtig hielten, seien nur wenige „bereit, dafür aktuell auf den Flug nach Mallorca zu verzichten“. Verzicht, einer der großen Reibungspunkte in der Klimadebatte, da ist er wieder. Schon für die Aussage, dass es irgendwann mal mit Kurzstreckenflügen vorbei sein sollte, haben die Grünen jüngst viel Ärger bekommen.

Wer Hunger hat, soll essen; Sehnsüchte wollen gestillt, Fernweh will gelindert werden. Die Frage ist nur, ob der Spontan-Flug nach Mallorca drei Tage nach Aufhebung der Reiserestriktionen und die erstbeste Pauschalreise zu Beginn der Sommerferien wirklich die Mittel der Wahl sein müssen. Ob das nachhaltig sein kann – sowohl in Bezug auf die Umweltfolgen, aber auch auf das eigene Reisefieber. Und vor allem: Wie es weitergeht, wenn die erste große Reiselust verflogen, gleichzeitig aber wieder alles möglich ist. Fliegen wir dann munter durch die Welt, einfach weil wir es können?

Wie halten Sie es diesen Sommer mit dem Verreisen? Sind auch Sie „ausgehungert“? Oder hadern Sie damit, in ein paar Wochen ins nächstbeste Flugzeug zu steigen? Schreiben Sie uns gerne an klimafreitag@sz.de. So oder so wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Sommer.

(Dieser Text stammt aus dem wöchentlichen Newsletter Klimafreitag, den Sie hier kostenfrei bestellen können.)

Klimapolitik und Gesellschaft

Die Zeit drängt: Will man die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzen – so wie im Pariser Vertrag angestrebt – bleiben der Menschheit beim heutigen Tempo nicht einmal mehr sieben Jahre, bis sie gar kein CO₂ mehr emittieren darf. Auch die Corona-Krise macht da kaum einen Unterschied. Die Fragen, die viele Menschen immer lauter stellen, lauten also: Warum passiert so wenig? Und wie lässt sich das ändern? 

In diesem Kapitel finden Sie Artikel zu Klimapolitik, Protestaktionen und aktuellen Entwicklungen.  

Ständig aktualisierter Newsfeed zur Klimapolitik

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Zentrale Beschlüsse, wegweisende Studien, wesentliche Erkenntnisse – hier lesen Sie Artikel zum Klimawandel und Klimapolitik, in denen Sie sich einen Überblick verschaffen können.

Ursachen des Klimawandels

Dass die Welt vor einer großen Katastrophe steht, hat vor allem mit einem kleinen Molekül zu tun: CO₂. Seit mehr als einem Jahrhundert reichert sich das Treibhausgas Kohlendioxid sukzessive in der Atmosphäre an, aber auch die Gefahr durch Methanemissionen wächst. Und die Auswirkungen der Treibhausgase auf den Planeten sind dramatisch.  

Ständig aktualisierter Newsfeed zum Klimawandel

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Was genau bewirkt das Treibhausgas CO₂ auf unserem Planeten? Und wo steht die Welt im Kampf gegen steigende Emissionen? Hier finden Sie Artikel zum Thema Kohlendioxid.

Folgen des Klimawandels

Seit Beginn der Messungen war es weltweit noch nie wärmer als in den vergangenen Jahren. Immer weiter nähert sich die Erde der 1,5-Grad-Grenze an, deren Einhaltung zunehmend unrealistisch wird. Die Welt heizt sich auf, das Eis verschwindet. Besonders in der Arktis sind die Folgen des menschengemachten Klimawandels deutlich zu sehen: Erschreckende Höchstmarken bei den Temperaturen und Eisverlust nehmen zu. Aber auch weltweit schmelzen die Gletscher und der Meeresspiegel steigt weiter an. Ein paar Millimeter pro Jahr – das klingt nach wenig, die langfristigen Folgen aber sind gewaltig.  

Energiewende, Mobilität und Innovationen

Klimaneutrale Energieversorgung zu 100 Prozent ist möglich – und nötig. Die Erderwärmung lässt sich nur aufhalten, wenn die Versorgung mit Kohlestrom rapide sinkt und unsere Mobilität nicht mehr auf fossilen Brennstoffen fußt. Auch andere neue Technologien können in der Klimakrise helfen – und jeder einzelne Mensch.  

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