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Der SZ-Klimamonitor

Wie der Mensch die Erde zerstört – und wie wir sie noch retten können. Die wichtigsten Daten und Hintergründe zur größten Krise der Welt.


Weniger als zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter – das ist das Ziel, dem sich 196 Staaten und die EU 2015 in Paris verschrieben haben. Weiter darf die globale Erwärmung nicht voranschreiten. Sonst könnten katastrophale Folgen für den Planeten sehr wahrscheinlich nicht mehr vermieden werden.

Auf dieser Seite wollen wir die wichtigsten Informationen, Erklärungen und Entwicklungen über die Klimakrise, ihre Ursachen und Folgen versammeln. Und jede Woche erscheint hier neu die Kolumne „Klimafreitag“, in der SZ-Autoren im Wechsel über ihre Sicht auf Klimawandel und Umweltpolitik schreiben.


Ändern wir wirklich was oder tun wir nur so?

Kolumne Klimafreitag, von Pia Ratzesberger

Es gibt viele große Fragen diese Woche, aber fangen wir mal beim ganz Kleinen an: Haarseife.

Hätte ich diesen Text vor ein paar Jahren geschrieben, hätte ich wahrscheinlich noch erklärt, was das ist, heute aber bekommt man die runden Dinger in jeder Drogerie, natürlich 1000 Prozent öko, super für die Umwelt, yeah, yeah, yeah. Daneben dann die Regale voller Shampooflaschen und ich habe nicht durchgezählt, aber mein Eindruck ist, dass die eher nicht im selben Verhältnis verschwinden, wie feste Shampoos auftauchen. Sondern der Kapitalismus nur mal wieder neues Land erobert hat. Zwischen Vanilleduftkerzen und Badekristallen taucht da also eine Frage auf, die in den nächsten Wochen entscheidend sein wird:

Ändern wir jetzt wirklich was – oder tun wir nur so?

Sowieso klar, die Antwort wird an einem ganz anderen Ort gegeben werden müssen als dem Drogeriemarkt, denn selbst wenn jeder von uns ab morgen nie wieder eine Shampooflasche kauft, wird die Klimakrise nicht gelöst sein. (Diese Wahrheit verkauft sich nur schlechter als Grapefruit-Conditioner.)

Für die großen Lösungen braucht es die große Politik, und das Klimaschutzgesetz ist zwar immerhin noch vor der Bundestagswahl beschlossen worden, doch umsetzen müssen es jetzt die Neuen. Es ist dabei vielleicht gar nicht so wichtig, ob es ein Klimaministerium geben wird, wie FDP-Chef Christian Lindner es diese Woche erst angekündigt und dann doch wieder zurückgenommen hatte. Solange an den Schreibtischen in Berlin, in welchem Gebäude sie dann auch stehen, die Arbeit gemacht wird. Also: erneuerbare Energien ausbauen, Bahnstrecken, Nahverkehr, eine endlose Liste.

In den Chor der Nachhaltigkeit stimmen mittlerweile ja alle mit ein, Shampoofirma, Betonhersteller, Zigarettenkonzerne, und auch alle großen Parteien wiederholten vor der Bundestagswahl mal mehr, mal weniger überzeugend das Mantra: KlimaschutzKlimaschutzKlimaschutz.

Jetzt müssen sie zeigen, dass sie den auch draufhaben.

Die Fridays-for-Future-Bewegung hat am Mittwoch noch einmal sanft daran erinnert, als sie den Verhandlungsgruppen ihre sechs Forderungen mit auf den Weg gab – unter anderem die konkrete Verabschiedung eines CO₂-Budgets, das mit dem 1,5-Grad-Ziel vereinbar sei, sowie einen sofortigen Stopp des Ausbaus oder Neubaus von Autobahnen. Dass gerade nicht mal mehr über ein Tempolimit auf Autobahnen verhandelt wird, macht jedoch nicht allzu viel Hoffnung für einen Punkt wie den letzteren.

Aber nur weil Dinge im Moment nicht realistisch scheinen, heißt das ja nicht, dass man sie vergessen sollte, im Gegenteil. Und wer weiß, vielleicht ist der gesellschaftliche Kipppunkt, an dem die Menschen plötzlich für mehr Klimaschutz bereit sind als bislang, gar nicht so weit weg wie wir denken (nicht nur darüber spricht meine Kollegin Marlene Weiß mit dem Physiker Dirk Brockmann in diesem lesenswerten Interview). Wenn die Klimaschutzbewegung in den vergangenen Jahren eines ausgezeichnet hat, dann ist es ihre Beharrlichkeit. Wäre doch was, wenn man das künftig auch von der Klimapolitik der neuen Regierung sagen könnte.

(Dieser Text stammt aus dem wöchentlichen Newsletter Klimafreitag, den Sie hier kostenfrei bestellen können.)

Klimapolitik und Gesellschaft

Die Zeit drängt: Will man die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzen – so wie im Pariser Vertrag angestrebt – bleiben der Menschheit beim heutigen Tempo nicht einmal mehr sieben Jahre, bis sie gar kein CO₂ mehr emittieren darf. Auch die Corona-Krise macht da kaum einen Unterschied. Die Fragen, die viele Menschen immer lauter stellen, lauten also: Warum passiert so wenig? Und wie lässt sich das ändern? 

In diesem Kapitel finden Sie Artikel zu Klimapolitik, Protestaktionen und aktuellen Entwicklungen.  

Ständig aktualisierter Newsfeed zur Klimapolitik

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Zentrale Beschlüsse, wegweisende Studien, wesentliche Erkenntnisse – hier lesen Sie Artikel zum Klimawandel und Klimapolitik, in denen Sie sich einen Überblick verschaffen können.

Ursachen des Klimawandels

Dass die Welt vor einer großen Katastrophe steht, hat vor allem mit einem kleinen Molekül zu tun: CO₂. Seit mehr als einem Jahrhundert reichert sich das Treibhausgas Kohlendioxid sukzessive in der Atmosphäre an, aber auch die Gefahr durch Methanemissionen wächst. Und die Auswirkungen der Treibhausgase auf den Planeten sind dramatisch.  

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Was genau bewirkt das Treibhausgas CO₂ auf unserem Planeten? Und wo steht die Welt im Kampf gegen steigende Emissionen? Hier finden Sie Artikel zum Thema Kohlendioxid.

Folgen des Klimawandels

Seit Beginn der Messungen war es weltweit noch nie wärmer als in den vergangenen Jahren. Immer weiter nähert sich die Erde der 1,5-Grad-Grenze an, deren Einhaltung zunehmend unrealistisch wird. Die Welt heizt sich auf, das Eis verschwindet. Besonders in der Arktis sind die Folgen des menschengemachten Klimawandels deutlich zu sehen: Erschreckende Höchstmarken bei den Temperaturen und Eisverlust nehmen zu. Aber auch weltweit schmelzen die Gletscher und der Meeresspiegel steigt weiter an. Ein paar Millimeter pro Jahr – das klingt nach wenig, die langfristigen Folgen aber sind gewaltig.  

Energiewende, Mobilität und Innovationen

Klimaneutrale Energieversorgung zu 100 Prozent ist möglich – und nötig. Die Erderwärmung lässt sich nur aufhalten, wenn die Versorgung mit Kohlestrom rapide sinkt und unsere Mobilität nicht mehr auf fossilen Brennstoffen fußt. Auch andere neue Technologien können in der Klimakrise helfen – und jeder einzelne Mensch.  

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